DIE GESCHICHTE DES PAULIBERGS

Die Basaltwerk Pauliberg Gesellschaft m. b. H. wurde am 01.11.1948 gegründet. Die damaligen Gesellschafter waren das Land Burgenland sowie die Baufirmen Stuag AG und Radebeule aus Wien. Das Anfangsstammkapital betrug 200.000 Schilling.

 

Der ursprüngliche Zweck des Betriebes war:

  • Schaffung von Dauerarbeitsplätzen

  • Erzeugung von Schotter- und Splittmaterial, da in der näheren und weiteren Umgebung kein leistungsfähiger Steinbruch vorhanden war und dadurch für den Ausbau des Straßennetzes im Burgenland die nötigen Baustoffe fehlten.

 

Im Jahr 1950 schied die Firma Stuag aus der Gesellschaft aus und das Land Burgenland übernahm ihren Anteil, sodass das Land Burgenland 75,5 % und die Firma Radebeule, Inhaber Ing. Anton Kosta, 24,5 % der Anteile besaßen.

 

Unter schwierigster Pionierarbeit wurde in den Jahren 1948 bis 1950 mit den Aufschließungsarbeiten begonnen. Es mussten eine eigene 1 km lange Werksstraße gebaut, Lagerplätze geschaffen, Waldrodungen, Vermessungen und Tiefbohrungen durchgeführt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Umstellung der Energieversorgung 1950

Nachdem kein Strom vorhanden war, mussten sämtliche Produktionsmaschinen durch Dieselaggregate angetrieben werden. Diese, für einen Steinbruch unmögliche Energieversorgung führte dazu, dass im Jahre 1950 beschlossen wurde, einen Anschluss an das Netz der NEWAG herzustellen. Diese Umstellung erforderte immense Investitionskosten. Bedingt durch die dünne Kapitaldecke hatte die Gesellschaft seit Anbeginn finanzielle Schwierigkeiten. Es wurden verschiedene Kreditaktionen durchgeführt. Durch die horrende Zinsbelastung und den rein händischen Betrieb (der Belegschaftsstand betrug zur damaligen Zeit 80 bis 100 Mann), der eine geringe Produktionsleistung erbrachte, wuchs die Schuldenlast von Jahr zu Jahr.

 

Der damalige Landeshauptmann-Stv. Alois Wessely, als Vertreter des Landes Burgenland, entschloss sich aus diesem Umstand, die Mechanisierung dieses Betriebes einzuleiten und somit die Produktivität zu erhöhen. Es war in dieser Situation nicht leicht, das Werk aus dem Tief herauszuführen. Mithilfe des Landes Burgenland und der Aufnahme eines Darlehens und Erhalt eines ERP-Kredites gelang es dann , die Mechanisierung des Werkes phasenweise durchzuführen.

 

Bis zum Jahr 1970 war die Auftragslage des Werkes zufriedenstellend und es konnten bis zu diesem Zeitpunkt alle Aufträge mengen- und qualitätsmäßig bestens erfüllt werden. Es wurden so ziemlich alle wesentlichen Straßenzüge des Landes, das engmaschige Güterwegnelz und auch weite Flussregulierungen mit dem Material des Pauliberges hergestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herausforderungen nach 1970

Die Zeit blieb aber nicht stehen, denn gerade die Techniken auf dem Gebiet des Straßenbaues entwickelten sich rasch weiter. Dazu kam noch in den Jahren 1975, 1976 und 1977 der enorme Preisdruck vonseiten der Kiesindustrie. Man kann von der preislichen Seite mit dem Kiesmaterial nie in Konkurrenz treten, da die Gewinnung eines derartigen Materiales weit weniger Kosten verursacht, als die Gewinnung von Felsgestein. Um nun diesen Herausforderungen entgegenwirken zu können, musste auch am Pauliberg ein rasches Umdenken erfolgen.

 

 

Die bisherigen Möglichkeiten reichten wohl bei Weitem nicht mehr aus, um allen Wünschen und Anforderungen des Straßen baues nachzukommen. Zudem war der Ausbau der Schnellstraße von Eisenstadt in den Raum Oberpullendorf geplant. Deshalb hat sich das Land Burgenland als Mehrheitsgesellschaft im Jahr 1978 entschlossen, ein neues leistungsstarkes Werk zu bauen. Um auch den erforderlichen Absatz und das Management sicherzustellen, wurde die Firma Stuag eingeladen, an diesem Vorhaben mitzuwirken.

 

Errichtung neuer Anlagen ab 1978

Gestützt auf diese tragfähige Kooperation zwischen öffentlicher und privater Hand, ging man im Frühjahr 1978 an die Errichtung der neuen Anlage heran. Wie auf allen anderen Bereichen wurde auch hier am Pauliberg , in der dem Burgenland wohl schon eigen gewordenen Geschwindigkeit, dieses große Werk durchgezogen. So konnte die neue Vorbrechanlage am 13. Juli 1978 in Betrieb genommen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach genauer Studie der Marktlage und der Absatzgebiete wurde im Jahr 1979 zusätzlich eine Aufbereitungsanlage mit automatischer Verladeeinrichtung errichtet. Diese wurde im Herbst 1979 in Betrieb genommen und somit die Möglichkeit geschaffen, eine breite Palette von Produkten erzeugen zu können.

 

Im Jahr 1994 und 1995 wurde auch die Feinbrechanlage erweitert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. So wurde die vorhandene Siebfläche verdoppelt und eine Entstaubungsanlage zur Gewinnung von Basaltmehl installiert.

 

Neben sämtlichen Schottermaterialien für den Straßenbau, wie Frostschutzmaterial, korn abgestufte Mineralgemische, Brechkörnungen, Edelbrechkörnungen und Edelbrechsande und Streu splitte können seit diesem Zeitpunkt auch Bahnschotter in allen Körnungsklassen, Wasserbausteine und korngestufte Gemische für die Betonindustrie ausgeliefert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Urgesteinsmehl, Lavasplitt oder Basaltsand werden in Kleingebinden abgegeben. Lavasplitt dient der Bodenverbesserung bei Baumpflanzungen und Dachbegrünungen, als Wasserspeicher sowie zur Einstreu bei der Tierhaltung, zum Entsäuern und zur Anreicherung mit Spurenelementen von landwirtschaftlichen

Böden.

 

Übernahme von den Esterhazy Betrieben 2009

Mit 01.01. 2009 wurde das Basaltwerk von der Esterhazy Betriebe GmbH. Esterhazyplatz 5, 7000 Eisenstadt übernommen.

Umgeben von den Esterhazyschen Waldbesitzungen bildet der Pauliberg mit einer Seehöhe von 761 m eine weithin sichtbare Erhebung. Aufgrund seiner geologischen Verhältnisse besitzt der Basaltbruch Pauliberg eine wichtige, weit über das Mittelburgenland hinausgehende, strategische Position in der Rohstoffversorgung. Die Esterhazy Betriebe sind neben der Holzindustrie auch ein starker, verlässlicher Partner der Bauwirtschaft.

 

Zurzeit sind im Werk 2 Angestellte und 14 Arbeiter beschäftigt. Im Jahr werden durchschnittlich ca. 300.000 Tonnen Material verkauft.

Bohristen einst und jetzt

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Moderne Großbrechanlage und Siebanlage