Das Basaltmehl

 

in der Anbauweise von Dr. Hans Müller, Großhöchstetten

 

 

Im organisch-biologischen Land- und Gartenbau ist das Basaltmehl, der Staub eines vulkanischen Urgesteins, unser wichtigster Helfer. Als Ursubstanz der Erde trägt es zur Regenerierung und Aufwertung des Bodens bei.

Doch nur der Basaltstaub gewährleistet durch die große Oberfläche eine rasche Zersetzung, eine erhöhte Austauscherfunktion. Die Größe der Oberfläche wächst um ein Vielfaches mit der Kleinheit der Körnchen.

 

„Je feiner das Mehl ist, desto wirk-samer ist es. 75% des Materials sollen kleiner als 0,1 mm, 50% kleiner als 0,6 mm und 0% größer als 1 mm sein“

(Dozent Dr. Erich Zirkl, Technische Hochschule Graz).

 

Die Verwitterungsgeschwindigkeit des Basaltes ist verhältnismäßig gering. Das letzte Zerfallsprodukt des Basaltes ist basischer Natur, bedingt durch die überwiegenden Kalkfeldspate, und bindet als Tonelement die lebende Substanz im Boden. Dies bedingt eine Erhöhung der Fruchtbarkeit.

 

Das Basaltmehl lockert den Boden auf, so daß der organische Dünger in eine bessere physikalische Struktur gelangen kann. Durch die verbesserte Krümmelstruktur kann der Boden leichter erwärmt werden. Weiters wirkt es auch hemmend auf jeden Fäulnisvorgang in der Erde.

 

Wichtige Spurenelemente für den Boden

 

Ganz besonders hervorzuheben ist aber, dass mit dem Basaltmehl dem Boden viele der notwendigsten Spurenelemente in einer natürlichen Form dargeboten werden (Kupfer, Nickel, Kobalt, Molybdän, Titan, Strontium, Barium, Banadium, Gallium, Blei, Silber und Schwefel. Bor ist in zu geringer Menge oder gar nicht vorhanden. Man sollte billige Borate zumischen, 50 g bis 100 g pro Tonne). Wie wichtig diese für ein gesundes Wachstum der Pflanzen, Tiere und Menschen sind, ist längst erwiesen, ebenso wie gesunde und kräftige Pflanzen von Schädlingen nicht in dem Maße angegriffen werden, wie kränkliche.

 

Anwendung des Basaltmehles

 

Die Anwendung des Basaltmehles kann das ganze Jahr hindurch, also unabhängig von der Jahreszeit, erfolgen, ebenso vor jeden Pflügen, um eine gute Durchmischung im Boden zu erreichen.

Der Bauer verwendet das Basaltmehl am besten schon im Stall. Es wird auf die Einstreu oder auf die Kotplatten gestreut. Dadurch wird das schädliche Ammoniak gebunden und damit eine bessere Stalluft erzielt. Die Tiere werden gesünder.

Der Mist wird mit Spurenelementen angereichter, lockerer, wird nicht speckig, verrottet leicht und fault nicht, er läßt sich dadurch besser mit dem Miststreuer verteilen, wird ausgiebiger, und daher kann auch eine größere Fläche mit diesem Edelmist abgedüngt werden.


 

Basaltmehl:

 

  • trägt zur Regenerierung und Aufwertung bei

  • lockert den Boden auf

  • liefert wichtige Spurenelemente

  • Anwendung unabhängig von der Jahreszeit

  • Anwendung auch direkt auf Acker, Weide und Wiese

Bild

Steinmehl kann auch direkt auf Acker, Weide und Wiese ausgestreut werden (400 kg bis 600 kg je Hektar).

 

Bei der Umstellung eines Betriebes von der Kunstdüngerwirtschaft auf die organisch

biologische Landbauweise ist die intensive Anwendung des Basaltmehles die erste und wichtigste Maßnahme. Das Auftreten von Weißklee ist das erste Anzeichen einer Gesundung des Bodens. Er tritt in der Regel nach einem Jahr auf. Der Jauche soll ebenfalls vor dem Ausbringen Steinmehl beigegeben werden. Wo dies nicht möglich ist soll unmittelbar danach Steinmehl auf die abgejauchten Flächen gestreut werden. Für die Versorgung der Waldböden mit Spurenelementen kann eine einmalige Gabe von 8 - 15 to verabreicht werden.

 

Von verschiedenen Wissenschaftlern werden bei der Pflanzung je Baumloch 0,1 kg bis 1 kg Basaltmehl empfohlen. Im Garten wird das Basaltmehl auf die Beete, unter Sträucher, Bäume und beim Bau des Komposthaufens eingestreut. Bei der Einarbeitung von Gründüngerpflanzen soll das Basaltmehl miteingeharkt werden.

 

Am Anfang der Umstellung werden auf 100 m² bis zu 10 kg aufgebracht. Später kann die Menge auf 5 kg verringert werden. Beim Kartoffelbau wird es am besten schon im Herbst ausgebracht und beim Setzten der Knollen sollen diese nochmals gut  damit bestäubt werden.

 

Zur Eindämmung von Pilzkrankheiten ist es angezeigt, das Kartoffelkraut, Tomatenkraut, Salatpflanzen, die Blätter von Beerensträuchern und Obstbäumen alle 3 bis 4 Wochen mit Urgesteinsmehl fein zu bestäuben.

Die Verwendung von Basaltmehl (Urgesteinsmehl) soll im organisch-biologischen Land- und Gartenbau keine Unterbrechung erfahren. Es soll immer ein ausreichender Vorrat vorhanden sein, der unserem Boden diese lebenswichtige Zugabe sichert.

 

Martin Ganitzer